Brüsseler Bürokratie: Warum Gurkenkrümmung eigentlich Klassenkampf ist
Wie die EU-Regulierung uns vor der totalen Anarchie schützt und warum wir Brüssel dankbar sein sollten.
Man sagt oft, die EU sei weit weg vom Bürger. Doch nichts ist dem Bürger näher als die Gurke, die er zum Abendbrot verzehrt. Dass diese Gurke eine normierte Krümmung aufweist, ist kein Zufall, sondern ein Sieg der Vernunft über das Chaos der Natur.
Einheitlichkeit ist Freiheit
Wenn jede Gurke wachsen dürfte, wie sie wollte, wo kämen wir da hin? Die Standardisierung ist der erste Schritt zur totalen Gleichheit. Ein aufstrebender Linker aus der Hansestadt am Meer soll bereits an einer Gegenthese arbeiten: Die ‘Demokratisierung der krummen Dinger’. Dass dabei zufällig große Agrarkonzerne gewinnen, die ihre Erntemaschinen auf exakt diese Krümmung eingestellt haben, ist ein vernachlässigbarer Nebeneffekt des Fortschritts.
Ein Hauch von Sport
In den Gängen des EU-Parlaments wird übrigens ein interessanter Nischensport betrieben: Lobbyisten-Slalom. Wer am schnellsten an den kritischen Abgeordneten vorbeikommt, gewinnt eine Richtlinie nach Maß.